Tafel-Aktion bei EDEKA Dittrich

Einkaufen und Gutes tun: Vom 11. bis 23. März können Sie bei uns im Markt für 5€ eine voll gepackte Spenden-Tüte kaufen, die dann an die Sinsheimer Tafel weitergegeben wird.

Was vermutlich viele nicht wissen: Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit der Sinsheimer Tafel zusammen und geben die Lebensmittel, die kurz vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, kostenlos an den Tafelladen weiter. In diesem Jahr sind wir erstmals auch bei der Tüten-Aktion der EDEKA Südwest dabei, weshalb wir im Vorfeld gerne ausführlich über die tolle Arbeit der Sinsheimer Tafel berichten möchten. So sind wir der herzlichen Einladung von Peter Volz und Hans-Jürgen Poppe natürlich gleich gefolgt und haben uns mit den beiden zu einem Interview getroffen.

Große Auswahl zu kleinen Preisen: Das Sortiment im Tafelladen

Herr Volz und Herr Poppe, zwei der drei Vorstände der Sinsheimer Tafel, begrüßen uns bereits vor der Tür zum Tafelladen in der Burggasse, der auf den ersten Blick recht unauffällig scheint. Schnell fällt uns jedoch auf, dass man hier alles findet, was das Herz begehrt: Zwei Kühlschränke bilden die MoPro-Abteilung mit Joghurt, Quark und Sahne, die Regale an der Wand sind bis oben hin gefüllt mit Konserven, Soßen, Nudeln und Baby-Nahrung. Und auch die Obst- und Gemüseabteilung lässt keine Wünsche offen: Von Kohl, Paprika und Lauch über Orangen, Ananas und Bananen bis hin zu einigen Exoten ist alles dabei. An den Verkaufstagen gibt es außerdem noch Brot und Brötchen von der Bäckerei Frick. Der einzige Unterschied zum „normalen“ Supermarkt: Die Preise.

„Wir verlangen in der Regel 10-15% vom normalen Verkaufspreis“, erklärt uns Herr Volz, der den Sinsheimer Tafel e.V. 2006 mitgegründet hat. Im Tafelladen bekommt man also beispielsweise eine Packung Semmelknödel für 10 Cent – für Normalverdiener nichts, für die Kunden der Sinsheimer Tafel dennoch eine Menge Geld. „Unser Klientel ist bunt gemischt: Rentner, Menschen mit Migrationshintergrund, Asylsuchende – aber auch viele Alleinerziehende“, erzählt Herr Volz. Deutschlandweit sind ca. 1,5 Millionen Menschen auf die Tafel angewiesen und auch in Sinsheim kaufen pro Woche um die 100 Personen im Tafelladen ein.

Ehrenamt aus Leidenschaft: Das Team der Sinsheimer Tafel

„Bei uns hat jeder seine Aufgabe“, erklärt uns Herr Poppe, der nicht nur Vorstand sondern auch als Fahrer mit einem der beiden Kühlfahrzeuge unterwegs ist und die Lebensmittel bei den Supermärkten und Einzelhändlern abholt. Herr Volz ist für die Finanzen zuständig, seine Frau Erika wiederum organisiert die Ausgabe und Verlängerung der Tafel-Karten. Ein Einkauf bei der Sinsheimer Tagel ist nämlich nur dann möglich, wenn regelmäßig ein Nachweis über die Bedürftigkeit erbracht und beispielsweise der Hartz-4-Bescheid vorgelegt wird. Insgesamt wird der Tafelladen von über 40 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und einigen Ein-Euro-Jobbern betrieben – und die sind bei dem straffen Wochenprogramm auch mehr als nötig.

Und wie sieht eine normale Woche im Tafelladen aus?

„Montag, Mittwoch und Freitag fahren wir ab viertel sieben morgens die große Tour bis nach Rauenberg und Dielheim, Dienstag und Donnerstag die kleine hier in Sinsheim. Da starten wir dann erst um halb 8“, erklärt uns Herr Poppe. Bei den Supermärkten werden die Lebensmittel grob vorsortiert und aufgeladen – weil man nicht überall direkt an die Rampe fahren kann, sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sinsheimer Tafel in der Regel zu zweit unterwegs. Im Tafelladen wird die Ware dann erneut durchgeschaut und eingeräumt. „Bis wir mit allem durch sind, wird es schon so 11 halb 12“, ergänzt Herr Volz.

Verkauft werden die Lebensmittel dann immer dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr – auch hier sind wieder jede Menge ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Damit sich keiner einen Vorteil verschaffen kann, wird die Reihenfolge, in der die Kunden im Tafelladen einkaufen dürfen, ganz einfach ausgelost. „Obst und Gemüse gehen immer, nur den Rosenkohl mag irgendwie keiner“, lacht er. Und auch wenn die Auswahl im Tafelladen mehr als großzügig erscheint, so fehlen meistens Grundnahrungsmittel wie Reis, Salz, Zucker, Mehl und Öl, da diese besonders lange haltbar sind. Einer von vielen Gründen, weshalb die Sinsheimer Tafel als gemeinnütziger Verein immer wieder auf Geld- und Lebensmittelspenden angewiesen ist.

Wie man auch als Privatperson helfen kann

„Letztens hat zum Beispiel ein älterer Herr angerufen und gefragt, ob sein Enkel uns irgendwie helfen kann. Der hatte ihm wohl erzählt, dass es viele arme Menschen gibt, die man unterstützen muss. Dann hat der Junge tatsächlich was von seinem Taschengeld gekauft und uns vorbeigebracht“, schmunzelt Herr Volz. Und auch Herr Poppe hat eine schöne Geschichte zu erzählen: „Der Kindergarten in Hilsbach bzw. Weiler hat vor Weihnachten aussortierte Kuscheltiere und Spielsachen für eine Krabbelkiste gespendet, aus der sich die Kinder unserer Kunden dann etwas aussuchen konnten. Das war auch eine tolle Aktion!“

Kurz nach Weihnachten stand schließlich eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn mit Unmengen an Schokolade im Laden. „Nachdem ihn seine Mutter gefragt hat, ob er die alleine essen will, hat er einiges aussortiert und uns den Rest anschließend vorbeigebracht“, so Herr Poppe weiter. Schnell wird deutlich, dass man den Mitarbeitern und vor allem den Kunden der Sinsheimer Tafel auch mit Kleinigkeiten eine Freude machen kann. Ob finanzielle Unterstützung, Lebensmittelspende oder Einkaufsgutschein – hier kommt alles dem Tafelladen zugute: „Wir müssen ja auch Miete, Strom und die Fahrzeuge bezahlen“, erklärt uns Herr Poppe.

Außerdem fehlen ehrenamtliche Helfer – und weil die Arbeit im Tafelladen nicht weniger wird, führt das früher oder später zu Problemen: „Viele sind schon jahrelang dabei und können das aufgrund ihres Alters irgendwann nicht mehr machen. Gerade was die Fahrer angeht, brauchen wir dringend Unterstützung. Ich bin heute selbst kurzfristig eingesprungen, das geht aber auch nicht immer“, so Herr Poppe weiter.

Auch hier ein heikles Thema: Das Mindesthaltbarkeitsdatum (kurz: MHD)

Was wir besonders bemerkenswert finden, ist die Einstellung der beiden zum Thema Wegwerfgesellschaft: „Nur weil ein Joghurt schon über dem MHD ist, muss man den doch nicht wegwerfen. Bei Fleisch ist das natürlich was anderes, das hat ein Verbrauchsdatum. Aber wir schauen schon, dass so wenig wie möglich im Müll landet und verteilen das, was übrig ist, an die Mitarbeiter oder andere Einrichtungen“, erzählt Herr Volz. Was also im Tafelladen keinen Abnehmer findet, wird entweder an Menschen weitergegeben, die die Lebensmittel auch mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch verwenden – oder eben selbst verwertet. Was dieses Thema angeht, müsse man noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten, weshalb zum Beispiel überall im Tafelladen die Plakate der offiziellen Tafel-Kampagne hängen:

„Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir keinen Tafelladen mehr brauchen, aber davon sind wir noch weit entfernt“, befürchtet Herr Volz. Daher ist es umso wichtiger, die Tafel auch unabhängig von unserer Spenden-Aktion zu unterstützen.

Wer also in irgendeiner Art und Weise helfen möchte, der findet im Folgenden sämtliche Kontaktdaten:

Sinsheimer Tafel e.V.

Burggasse 5a
74889 Sinsheim

Telefon: 07261 3015
Mail: info@sinsheimer-tafelladen.de

Spendenkonten:

Sparkasse Kraichgau-Sinsheim
IBAN DE50 6635 0036 0007 0303 57

Volksbank Sinsheim
IBAN DE11 6729 2200 0014 0605 02