Zu Besuch bei: Spargelhof Hermes

Roland Hermes und seine Frau Andrea bauen neben Spargel und Grünspargel auch Speisekartoffeln an. Das Ehepaar führt den Spargelhof mit eigenem Hofladen in St. Leon-Rot bereits in der zweiten Generation.

Moderne Technik auf dem Spargelhof

Roland Hermes setzt seit Jahren auf moderne Technik, um die ausgezeichnete Qualität seines Spargels zu gewährleisten: Nach dem Stechen werden die Spargel zuerst gewaschen und kommen dann in den Schockkühler, wo sie auf 2°C herabgekühlt werden. Danach kommen sie auf die Sortiermaschine, das Herzstück des Betriebs. Hier werden die Stangen via Kamera nach Krümmung, Länge, Dicke und vielen weiteren Merkmalen sortiert, anschließend in Kisten verpackt und bis zur Weitervermarktung nochmals schockgefrostet, wodurch der Spargel besonders frisch bleibt.

Qualität und Frische – aus der Region, für die Region

Kaufen kann man den Spargel von Familie Hermes dann entweder bei ausgewählten Einzelhändlern in der Region oder im betriebseigenen Hofladen in St. Leon-Rot. Dort wird er auf Wunsch auch geschält. Die Qualität seiner Produkte liegt ihm schon immer am Herzen, weshalb Roland Hermes den Spargel auf besonders geeigneten Sandböden und nach den Vorgaben von QS-BW anbaut. Diese schränken beispielsweise den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ein. „Die jährlichen Kontrollen sind immer mit einer Menge Stress verbunden, das nehmen wir aber gerne in Kauf“, so Herr Hermes.

Dieses Jahr hat der Betrieb den Spargel auf Bio umgestellt – ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von der Konkurrenz abheben soll. „Die ist gnadenlos und hart. Zudem ist Spargel inzwischen für viele ein normales Gemüse und kein exklusives Produkt mehr“, erklärt uns Roland Hermes. 

Die Geschichte des Familienbetriebs

Dass Roland Hermes den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern einmal übernimmt, war ursprünglich nicht geplant – auch wenn ihm die Arbeit auf dem Hof schon als Kind eine Menge Spaß bereitet hat. Nach der Grundschule folgten die mittlere Reife, die Handelsschule und eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann. Im letzten Lehrjahr fiel schließlich doch die Entscheidung für die Landwirtschaft, die er dann nochmal von der Picke auf lernte und bis zum Meister fortsetzte.

Neben dem Spargelanbau gehörten zu Zeiten seines Vaters auch der Tabakanbau sowie die Viehhaltung zu den Schwerpunkten des Familienbetriebs. „Früher hatten wir bis zu 70 Rinder. Dann wurde der Milchmarkt schlechter und direkt nebenan Baugebiet erschlossen“, erklärt Roland Hermes. Wir müssen zugeben, dass wir uns bei der Anfahrt schon ein wenig gewundert haben – der Betrieb liegt nämlich inmitten eines Wohngebiets.

Derzeit umfasst er ca. 200h Hektar für Acker- und Gemüsebau. Das sind im Einzelnen

  • ca. 20 Hektar Industriekartoffeln
  • 50 Hektar Karotten
  • 20 Hektar Radieschen und Schlotten
  • 10 Hektar Spargel

Die restlichen 10 Hektar werden für den Getreidebau und als ökologische Vorrangfläche der Natur zur Verfügung stellt. Vor 5 Jahren wurde dann auf ca. 16 Hektar ein kleiner Biobetrieb mit Ackerbau und Gemüse ausgegliedert, wovon inzwischen 10 Hektar für den Spargelanbau genutzt werden. 

Was die Zukunft bringen soll

„Ich bin Landwirt aus Leidenschaft: Was wachsen zu sehen, gesund und sauber großzuziehen und dann am Ende den Erfolg mengen- und auch qualitätsmäßig zu messen, das macht schon Spaß“, sagt er grinsend. Und wird doch ein bisschen traurig, als er uns mitteilt, dass auch er seinen Betrieb aufgrund des allgegenwärtigen Nachwuchsmangels aufgeben muss. Für die letzten Jahre wünscht er sich, dass jeder seinen Platz findet – „regional, klein, fein, fertig“.

Ein Geheim-Rezept für die Spargel-Zubereitung hat Herr Hermes übrigens nicht: Am liebsten isst er grünen Spargel mit Spaghetti und Sauce Hollandaise oder halb-halb weiß und grün mit Schinken und in Butter angerösteten Semmelbröseln. „Wir essen so viel Spargel, wie es geht: Mittags warm, abends kalt und in Schinken eingerollt und am nächsten Tag dann nochmal überbacken“, erzählt er uns. Kein Wunder also, dass er am Ende des Interview jedem von uns eine vollgepackte Tüte in die Hand drückt: „Sie sollen ja nicht gehen, ohne unseren Spargel probiert zu haben.“

Und was sollen wir sagen? Frischer Spargel ist schon was Feines, weshalb auch Sie sich noch schnell ein paar Stangen sichern sollten – entweder bei uns in der Filiale oder im Hofladen der Familie Hermes in St. Leon-Rot. Weitere Infos rund ums Thema Spargel finden Sie übrigens hier.